Wann zählen alte Vorwürfe in der Scheidungsverschuldung? Experten erklären

Alte Kränkungen, spätere Anzeige: Wann zählen alte Vorwürfe in der Scheidungsverschuldung noch?
Vier Wochen im Krankenhaus, eine Krebserkrankung, und der Ehemann kommt nur zweimal vorbei. Jahre später war genau dieses Wegschauen noch biem Scheidungsrecht relevant. Nicht, weil Gerichte alte Geschichten gerne aufwärmen, sondern weil bei der Verschuldensscheidung oft entscheidend ist, was eine Ehe tatsächlich ausgehöhlt hat – und wann sie endgültig zerbrochen war.
Für viele Betroffene ist das überraschend: Manche Vorfälle liegen weit zurück, wurden nie sofort gerichtlich geltend gemacht und scheinen „verjährt“. Gleichzeitig hoffen andere, spätere Eskalationen würden das frühere eigene Verhalten entschärfen. Der Oberste Gerichtshof hat hier eine klare Linie gezogen: Alte Eheverfehlungen können weiterhin Gewicht haben, wenn sie die Ehe damals real belastet haben. Was hingegen nach der endgültigen Zerrüttung passiert, spielt für die Verschuldensabwägung grundsätzlich keine Rolle mehr.
Wann zählt eine Ehe als zerbrochen? Verständnis eines Rechtsanwalt aus Wien
In der Ehe dieses Paares ging es nicht um einen einzigen großen Knall, sondern um viele Jahre der Entfremdung. Die Frau schilderte, dass ihr der Mann bereits 2002 kein Geld mehr gegeben habe. Dazu kam, dass er ihr die Bankomatkarte und den Autoschlüssel wegnahm. Für Außenstehende mögen solche Schritte wie bloße Alltagskonflikte wirken. In einer Ehe können sie aber tief in die persönliche Freiheit, Würde und wirtschaftliche Selbstständigkeit eingreifen.
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