Unterhalt nach Scheidung: Was passiert, wenn der Ex-Partner plötzlich nicht mehr zahlt?

„Ihre Hochzeit war das Highlight, die Scheidung könnte zur Belastungsprobe werden – Wie sich der Unterhalt nach Scheidung gestaltet“

Stellen Sie sich vor, Sie öffnen den Briefkasten und finden einen von Ihrem Ex-Partner unterzeichneten Brief. Darin steht, dass nach 30 Jahren Ehe kein Unterhalt mehr gezahlt wird. Ist jetzt Ihr finanzielles Aus gekommen?

„Wenn die Beziehung kriselt und die Taschen leer bleiben – Wie es zu der abrupten Unterhaltsänderung kam“

Eine Ehefrau ist entsetzt, als sie den Brief erhält. Die Worte des darin enthaltenen Schreibens sausen in ihrem Kopf herum. Nach drei Jahrzehnten gemeinsamer Ehe teilt ihr Ex-Partner ihr mit, dass er nicht mehr bereit ist, den vereinbarten Unterhalt beizusteuern. Von finanzieller Sicherheit ist sie nun plötzlich weit entfernt und die Sorgen türmen sich auf.

„Mein Ex-Partner zahlt keinen Unterhalt nach Scheidung mehr – welche rechtlichen Schritte kann ich einleiten?“

Das österreichische Familienrecht besagt explizit, dass der bedürftige Ehepartner nach der Scheidung einen Anspruch auf Ehegattenunterhalt hat (§ 69 Ehegesetz). Dieser Anspruch besteht allerdings abseits von Ausnahmefällen nur für die Dauer der aufrechten Ehe. Zum Beispiel muss der besser verdienende Partner nach einem Jahr Ehe für ein Jahr Unterhalt leisten. Gleichzeitig hat dieser Anspruch aber seine Grenzen.

„Von einem Rechtsanwalt in Wien empfohlen: Ein OGH-Urteil zeichnet neue Richtlinien für den Anspruch auf Scheidungsunterhalt“

Der OGH sah sich jedoch mit der komplizierten Frage konfrontiert, ob nach der Scheidung der Unterhaltsanspruch endlos besteht. Die unteren Gerichte waren hier geteilter Meinung. Letztendlich hat der OGH entschieden, dass bei einer langjährigen Ehe der Anspruch auf Unterhalt zeitlich begrenzt werden kann, insbesondere wenn der Unterhaltsberechtigte eine angemessene Alterspension bezieht. Zur vollständigen OGH-Entscheidung

„Was bedeutet dieses OGH-Urteil für Sie und Ihre zukünftige finanzielle Situation nach der Scheidung?“

Wenn Sie sich gerade in einer ähnlichen Situation befinden, könnte dieses Urteil erhebliche Auswirkungen auf Ihre finanzielle Zukunft haben. Wenn Sie beispielsweise nach 20 Jahren Ehe geschieden werden und anschließend Unterhalt erhalten, könnte nach einer gewissen Zeit auch dieses Unterhaltsgeld gestrichen werden. Insbesondere wenn Sie über eigene finanzielle Mittel verfügen. Daher ist es ratsam, frühzeitig für den Lebensabend vorzusorgen. Auch kann es sinnvoll sein, finanzielle Einigungen vor der Scheidung festzulegen. Falls eine finanzielle Notlage entsteht, sollten Sie umgehend rechtlichen Rat einholen.

Häufige Fragen

„Bis wann muss ich Ehegattenunterhalt zahlen?“
Der Unterhaltsanspruch besteht laut § 69 EheG in der Regel nur für die Dauer der aufrechten Ehe. Besondere Faktoren wie Krankheit können jedoch dazu führen, dass der Unterhaltsanspruch über die Scheidung hinaus bestehen bleibt.
„Wie lange erhalte ich nach der Scheidung Unterhalt?“
Ihr Anspruch auf Unterhalt kann durch die Dauer der Ehe, Ihr eigenes Einkommen oder Ihre Altersvorsorge eingeschränkt werden. Falls Ihr Ex-Partner die Unterhaltszahlungen einstellt, sollten Sie die Umstände mit einem Anwalt konsultieren.
„Was, wenn ich nach einer Scheidung nicht finanziell selbstständig sein kann?“
In solchen Fällen können Sie Unterhalt geltend machen. Planen Sie jedoch voraus, um Bereiche zu erkennen, in denen Sie finanzielle Unabhängigkeit erreichen könnten. Bedenken Sie, dass in der Regel nur eine vorübergehende Unterstützung geleistet wird.


Scheidung oder Familienrechtsstreit? Wir helfen Ihnen.

Unsere Rechtsanwaltskanzlei in 1010 Wien ist auf Scheidungs- und Familienrecht spezialisiert. Beratungstermin vereinbaren oder anrufen: 01/513 07 00.


Über den Autor

Dr. Clemens Pichler
Rechtsanwalt | Spezialist für Familienrecht & Scheidungsrecht in Wien

Dr. Clemens Pichler ist eingetragener Rechtsanwalt in Wien und Gründer der Pichler Rechtsanwalt GmbH mit Kanzlei in 1010 Wien. Er begleitet sowohl Männer als auch Frauen durch alle Phasen einer Scheidung – von der einvernehmlichen Scheidung über streitige Scheidungsverfahren bis hin zu Obsorge, Unterhalt und Aufteilung des ehelichen Vermögens.

Seit der Kanzleigründung im Jahr 2008 hat Dr. Pichler bereits hunderte Mandanten in Familienrechtssachen vertreten und Scheidungen vor den Bezirksgerichten abgewickelt, sowohl einvernehmlich als auch strittige Scheidungen. Er ist Autor zahlreicher juristischer Fachpublikationen, unter anderem im Österreichischen Anwaltsblatt, den Fachzeitschriften ecolex und Recht der Wirtschaft und Gastautor in den Tageszeitungen Die Presse und Der Standard. Seine wissenschaftlichen Aufsätze werden vom Obersten Gerichtshof (OGH) zitiert und er hat als anwaltlicher Vertreter von Parteien zahlreiche Fälle vor dem Höchstgericht erwirkt.

Seine Expertise für Familienrecht und Scheidung basiert auf langjähriger Prozesserfahrung vor österreichischen Familiengerichten sowie aktueller OGH-Rechtsprechung im Familienrecht.

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