Erhöhung des Kindesunterhalts trotz ausländischer Urteile

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Erhöhung des Kindesunterhalts trotz ausländischer Urteile? Warum nicht die Anerkennung in Österreich zählt

Kostentriggende Faktoren wie Alter, Schulkosten, Kleidung, tägliche Ausgaben – und der Kindesunterhalt bleibt gleich, nur weil in Österreich „bloß“ ein ausländisches Urteil anerkannt wurde? Ein Vorfall wurde an den Oberster Gerichtshof gerichtet und hat für viele Familien mit Auslandsbezug eine entscheidende Bedeutung. Es wurde klar gestellt: Für eine Erhöhung des Kindesunterhalts zählt nicht die Anerkennung in Österreich, sondern die letzte echte Unterhaltsfestsetzung.

Eine Scheidung in Serbien, ein Leben in Österreich und die gleichbleibende Unterhaltssumme

Der Fall begann mit einer Scheidung in Serbien im Jahr 2014. Mutter und Vater trennten sich, und der Vater wurde verpflichtet, für jedes Kind rund 124 Euro Unterhalt zu zahlen. Damals war das gerichtlicht festgesetzte Mindestmaß.

Später erfolgte die Verlagerung des Lebensmittelpunkts der Kinder nach Österreich. Das serbische Urteil wurde 2017 von einem Wiener Gericht anerkannt, wodurch es wirksam und vollstreckbar in Österreich wurde.

Das Leben der Kinder war in der Zwischenzeit jedoch nicht mehr dasselbe wie 2014. Sie wurden älter, ihre Bedürfnisse änderten sich und die laufenden Kosten erhöhten sich. Der Vater verdient inzwischen mehr, daher haben die Kinder beziehungsweise ihre Vertreter eine Unterhaltserhöhung eingefordert.

Der Vater hat sich widersetzt. Seine Verteidigungslinie war formell, aber für die Betroffenen nicht unüblich: Seit der Anerkennung des serbischen Urteils in Österreich gab es keine wesentlichen Änderungen, daher sollte es auch keine neue Unterhaltsbemessung geben. Die Vorinstanzen folgten diesem Einwand nicht und gaben den Kindern größtenteils Recht. Der Vater zog weiter zum OGH.

Anerkennung bedeutet nicht Neufestsetzung: Der entscheidende Denkfehler

Die Belehrung heisst: Ein weit verbreiteter Irrtum ist, die Anerkennung eines ausländischen Unterhaltstitels in Österreich als eine neue österreichische Unterhaltsentscheidung anzusehen. Doch das ist sie nicht.

Die Anerkennung bewirkt lediglich, dass das ausländische Urteil in Österreich rechtliche Wirkung entfaltet. Sie ermöglicht die Durchführung der Exekution. Aber sie berechnet, bewertet oder setzt den Unterhalt nicht neu fest.

Deshalb beginnt der Vergleichszeitraum für eine spätere Unterhaltserhöhung nicht mit dem österreichischen Anerkennungsbeschluss. Entscheidend ist vielmehr, was sich tatsächlich seit der letzten echten Unterhaltsfestsetzung verändert hat – in diesem Fall seit dem serbischen Urteil aus 2014.

Die Position des österreichischen Unterhaltsrechts

Der Kindesunterhalt in Österreich wird anhand der Lebensverhältnisse bemessen und kann angepasst werden, wenn sich wesentliche Veränderungen ergeben. Die Grundlage dafür sind die allgemeinen unterhaltsrechtlichen Regeln des ABGB.

§ 231 ABGB regelt den Unterhalt der Kinder. Es bestimmt, dass beide Eltern zu gleichen Teilen zur Finanzierung der Bedürfnisse des Kindes beitragen müssen, wobei Geldunterhalt und Pflegeaufwendungen unterschiedlich berücksichtigt werden.

§ 234 ABGB betrifft den Umfang des Unterhalts. Die Bedürfnisse des Kindes und die Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Elternteils sind entscheidend. Wenn sich die Bedürfnisse oder das Einkommen erhöhen, kann auch der Unterhalt erhöht werden.

Die Anerkennung ausländischer Entscheidungen unterlegt separaten Verfahrensregeln. Der zentrale Punkt ist simpel: Die Anerkennung ersetzt keine neue inhaltliche Prüfung des Unterhaltsbetrags.

Das ist besonders wichtig im Bereich des Familienrechts. Kinder werden älter und ihre Kosten steigen entsprechend. Ein Schulkind hat andere Kosten als ein Jugendlicher. Schulbedarf, Freizeit, Fahrtkosten, digitale Ausstattung oder gesundheitliche Ausgaben entwickeln sich weiter. Diese Veränderungen sind rechtlich relevant.

Warum der OGH den Vater nicht durchkommen ließ

Der OGH stellte fest, dass die österreichische Anerkennung des serbischen Unterhaltstitels keine neue Unterhaltsb


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Dr. Clemens Pichler

Rechtsanwalt | Spezialist für Familienrecht & Scheidungsrecht in Wien

Dr. Clemens Pichler ist eingetragener Rechtsanwalt in Wien und Gründer der
Pichler Rechtsanwalt GmbH mit Kanzlei in 1010 Wien.
Er begleitet sowohl Männer als auch Frauen durch alle Phasen einer Scheidung –
von der einvernehmlichen Scheidung über streitige Scheidungsverfahren bis hin zu
Obsorge, Unterhalt und Aufteilung des ehelichen Vermögens.

Seit der Kanzleigründung im Jahr 2008 hat Dr. Pichler bereits hunderte Mandanten
in Familienrechtssachen vertreten und Scheidungen vor den Bezirksgerichten
abgewickelt – sowohl einvernehmlich als auch in strittigen Scheidungsverfahren.

Er ist Autor zahlreicher juristischer Fachpublikationen, unter anderem im
Österreichischen Anwaltsblatt, den Fachzeitschriften
ecolex und Recht der Wirtschaft sowie Gastautor in den
Tageszeitungen Die Presse und Der Standard.

Seine wissenschaftlichen Aufsätze werden vom Obersten Gerichtshof (OGH) zitiert,
und er hat als anwaltlicher Vertreter von Parteien zahlreiche Fälle vor dem
Höchstgericht erwirkt.

Seine Expertise im Familienrecht und Scheidungsrecht basiert auf langjähriger
Prozesserfahrung vor österreichischen Familiengerichten sowie auf aktueller
OGH-Rechtsprechung im Familienrecht.